neue Transparenz


"Die Praxis sagt, man kann nicht alles transparent machen."
"Nicht jeder Mitarbeiter braucht alle Informationen, die meisten Informationen verwirren den Mitarbeiter doch nur und er versteht sie auch nicht."

Im Gespräch mit dem Managing Director eines Dienstleisters kamen wir auf das Thema Transparenz zu sprechen und er erzählte mir seine Erfahrung damit. Vor einigen Jahren gab es in seinem Unternehmen die Vereinbarung, so viel Transparenz wie möglich. Daraufhin hat er das Jahreseinkommen des Managing Directors der englischen Mutterfirma kommuniziert. Die schiere Höhe der Zahl hat ihm über Monate hinweg Diskussionen darüber beschehrt, ob dieses Einkommenshöhe im Vergleich zu den Einkommen der Angestellten gerechtfertigt war oder nicht. Seine Konsequenz aus diesen ermüdenden Diskussionen. Zu viel Transparenz schadet dem Betriebsklima. Heute werden solche Informationen nicht mehr kommuniziert.

Mein Rat:
"Man muss sich darüber im Klaren sein, wozu man Transparenz schafft, damit man weiß, was einem die Transparenz wert ist."

Im Beispiel wurde Transparenz um ihrer selbst WIllen hergestellt. Man hat nicht darauf geachtet, wofür diese Transparenz da ist. So wird ein wichtiges Fürhungselement zum sinnentleerten Selbstzweck und macht erfahrungsgemäß mehr Probleme, als dass es Nutzen stiftet.

Mein Vorschlag ist, Nutzen Sie Transparenz gezielt, um Business zu unterstützen. Wie das konkret geht? Legen Sie offen, was dazu beiträgt, Business zu machen oder Business zu verhindern.
Nehmen wir einmal das Einkommen des Managing Partners. Als reine Zahl, kann es vom einen als zu hoch, vom anderen als gerechtfertigt und vom dritten als zu niedrig angesehen werden. Verknüpfen wir es einmal mit dem Business.
Wie viel müsste man Ihnen bezahlen, damit Sie sieben Tage die Woche, 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr für Ihr Unternehmen zur Verfügung stehen?
"Das kann man nicht bezahlen?", dann hat der Managing Partner sicherlich zu wenig bekommen!

Ähnlich wie mit dem Einkommen verhält es sich mit der Zusammenarbeit. Jeder möchte gerne, dass die anderen doch ihren Teil der Zusammenarbeit beitragen, dann würde alles wunderbar funktionieren.
Würde die Sekretärin endlich einmal die neue Mail-Signatur entwerfen wäre es ein Leichtes, sie an alle im Team zu versenden und einheitlich aufzutreten. Doch sie macht es nicht.
Würde der Praktikant endlich einmal die offiziellen Logos beschaffen, Könnte die Sekretärin den Signaturentwurf zum Korrekturlesen an ihre Kollegin geben.
Würden die Mitarbeiter ihre Digitalfotos wie vereinbart zuschicken, könnte der Praktikant sie in den Signaturentwurf der Sekretärin einbauen und so weiter und so weiter.

Stellen Sie sich einmal vor, es gibt ein Bild, eine Grafik, die all diese Zusammenhänge transparent macht. Stellen Sie sich weiter vor, diese Grafik hängt für alle gut sichtbar im Büro und wird zu jeder Sitzung mitgenommen, auf der irgendein Punkt der Grafik eine Rolle spielt und jetzt stellen Sie sich noch vor, zu den Aufgaben gibt es Namen und Termine, bis wann sie fertig sein müssen.
Das ist Transparenz, die Business aktiv unterstützt.

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